KENNEN SIE DIE MENSCHENRECHTE WIRRKLICH?
Der Begriff der Menschenrechte ist seit Jahren in der Politik, in der Zivilgesellschaft und in den Medien in aller Munde.
Bei unseren Veranstaltungen und Gesprächen stellen wir immer wieder fest, dass die Menschenrechte inhaltlich nur rudimentär bekannt sind.
Nur wer die Menschenrechte kennt, kann sich für sie stark machen.
Nachfolgend finden Sie die
ALLGEMEINE ERKLÄRUNG DER MENSCHENRECHTE
mit weiteren Informationen als Download.
Protest ist eines der wichtigsten Instrumente der Zivilgesellschaft, um Menschenrechte zu verteidigen. Doch das Recht auf Protest wird weltweit zunehmend bedroht. Ob beispielsweise im Iran, in Russland oder in Bangladesch. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu teils unverhältnismäßigen Einschränkungen dieses Menschenrechts. Betroffen sind derzeit beispielsweise Menschen, die in Solidarität mit Palästina protestieren. Auch der Umgang mit Klimaprotesten zeigt, wie wichtig der Einsatz für das Recht auf Protest auch hier ist.
Was bedeutet das Recht auf Protest?
Das Recht auf Protest wird durch die Menschenrechte der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie der Meinungsfreiheit gewährleistet.
Dabei schließt Protest neben Demonstrationen auf der Straße auch andere Aktionsformen mit ein, wie zum Beispiel Online-Aktivismus, Aktionen des zivilen Ungehorsams oder Kunstaktionen.
Vor allem in den vergangenen Jahren sind starke Protestbewegungen entstanden, die Millionen Menschen auf der ganzen Welt inspiriert haben, auf die Straße zu gehen und Gerechtigkeit einzufordern – und das mit Erfolg! So zum Beispiel die Black-Lives-Matter-Proteste gegen strukturell verankerten Rassismus, die #MeToo-Bewegung, die sich gegen sexualisierte Gewalt stark macht und die Gleichstellung der Geschlechter fordert, oder Fridays For Future, die auf die globale Bedrohung der Klimakrise aufmerksam machen und sie auf die politische Agenda setzen.
Mit der Kampagne Protect the Protest richtet sich Amnesty International gegen die Unterdrückung von friedlichem Protest, solidarisiert sich mit den Betroffenen und unterstützt die Anliegen sozialer Bewegungen, die sich für die Menschenrechte einsetzen. Dazu zählt auch der Einsatz für Menschenrechtsverteidiger*innen, die in vielen, vor allem autoritären Ländern verfolgt und inhaftiert werden.
Wir erleben eine tiefgreifende globale Menschenrechtskrise. Maßgeblich verantwortlich dafür sind Regierungen weltweit, die zunehmend autoritär handeln und systematisch Menschenrechte und die internationale Rechtsordnung infrage stellen. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International in dem aktuellen Amnesty Report 2025/26 für das Jahr 2025.
Folgende Menschenrechtsentwicklungen stehen im Fokus des Berichts:
In vielen Teilen der Welt wurden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Beispiele hierfür sind Israels Völkermord an den Palästinenser*innen im Gazastreifen, Russlands Verbrechen in der Ukraine sowie anhaltende Konflikte in Myanmar und im Sudan. Unverantwortliche Rüstungsexporte befeuerten diese Krisen. Gleichzeitig untergruben mächtige Staaten aktiv internationale Rechenschaftsmechanismen.
Weltweit schränkten Regierungen grundlegende Freiheiten massiv ein und gingen mit rechtswidriger Gewalt gegen Proteste vor, etwa in Tansania, Nepal und dem Iran. Unter dem Deckmantel von Antiterror- und Sicherheitsgesetzen wurden Andersdenkende systematisch kriminalisiert.
US-Behörden nahmen ausländische Studierende, die sich für die Rechte der Palästinenser*innen einsetzten, gezielt mit Haft- und Abschiebebefehlen ins Visier. Studierende, die gegen das harte Vorgehen der US-Einwanderungsbehörden protestierten, wurden ebenfalls festgenommen.
Auch in Deutschland stehen die Meinungs-, Versammlungs- und Wissenschaftsfreiheit unter Druck. Dazu gehören das harte Vorgehen gegen palästinasolidarische Proteste ebenso wie die Streichung der staatlichen Förderung von Demokratieprojekten.
Flüchtlinge und Migrant*innen litten weltweit unter Massenabschiebungen und diskriminierender, oft rassistisch geprägter Grenzpolitik. Die Rechte von Frauen – besonders dramatisch in Afghanistan – sowie von LGBTI+ Personen gerieten stark unter Druck. Durch neue, restriktive Gesetze wurden insbesondere die Rechte von trans Menschen in vielen Ländern, darunter auch in den USA, systematisch angegriffen.
Trotz verheerender klimabedingter Katastrophen blockierten Regierungen den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Die USA trieben den Ausbau der fossilen Brennstoffe massiv voran. Durch massiven Druck multinationaler Konzerne und der USA wurde eine wegweisende EU-Lieferkettenrichtlinie aufgeweicht.
Regierungen nutzten digitale Tools zunehmend zur Unterdrückung: Die USA überwachten Demonstrierende, China verkaufte das Zensursystem "Great Firewall" an Pakistan. In manchen Ländern wie Afghanistan, Pakistan, Tansania und dem Südsudan schränkten die Behörden den Internetzugang ein, um das Recht auf freie Meinungsäußerung zu beschneiden – meist im Zusammenhang mit Protesten. Der unregulierte KI-Boom birgt massive Risiken, da riesige Rechenzentren die Umwelt zerstören und die EU wichtige Schutzmechanismen aufweicht.
Trotz dieser massiven Bedrohungen setzten sich 2025 unzählige Menschen und Institutionen gegen Unrecht zur Wehr:
Die Menschenrechte stehen unter massivem Beschuss, doch die große Mehrheit der Menschen will keine Welt, in der nur das Recht des Stärkeren zählt. Es gilt jetzt, unsere Menschenrechte zu verteidigen, Straflosigkeit zu beenden und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Amnesty International Report 2025/26 dokumentiert die weltweite Lage der Menschenrechte in 144 Staaten.
April 26 Während die Menschenrechte in unserer Rechtsordnung im Grundgesetz fest verankert sind, wird über Menschenpflichten kaum gesprochen. Das Thema Menschenrechte und Menschenpflichten verbindet jedoch zwei Seiten menschlichen Zusammenlebens: die Rechte, die jedem Menschen universell zustehen, und die Pflichten, die sich daraus für jeden Einzelnen ergeben, um eine gerechte und solidarische Gesellschaft zu ermöglichen.
Menschenrechte sind grundlegende Rechte, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins zustehen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status.
Menschenpflichten sind moralische und gesellschaftliche Verpflichtungen, die sich aus den Menschenrechten und dem Zusammenleben in einer Gemeinschaft ergeben. Die Schlüsselbegriffe sind nach Aleida Assmann (Friedenspreisträgerin 2018): Verantwortung, Respekt und Empathie.
Beispiele sind:
Respekt vor den Rechten und Freiheiten anderer Menschen
Verantwortung für den Schutz der Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen
Engagement für soziale Gerechtigkeit und Solidarität
Einhaltung von Gesetzen, die Menschenrechte schützen
Pflichten ermöglichen erst, dass Menschenrechte wirksam und für alle gelten können. Sie fördern ein friedliches und respektvolles Miteinander.
Empathie und Respekt sind humane Tugenden, die Menschen in allen Kulturen vom Kindesalter an erlernen und einüben können. Empathie und Respekt sind auch die Grundlage der Menschenpflichten, die man sich als ein soziales Äquivalent zur Straßenverkehrsordnung vorzustellen hat. So wie es im Straßenverkehr Regeln für ein korrektes Verhalten oder wie es im Sport Regeln für einen fairen Umgang miteinander gibt, ist die Gesellschaft auf Regeln für ein respektvolles Miteinander angewiesen
Menschenrechte und Menschenpflichten sind die zwei Seiten des menschlichen Zusammenlebens
April 2026 Menschenrechte werden in Deutschland verstärkt infrage gestellt. Hier einige Beispiele: Das Grundrecht auf Asyl wird weiter ausgehöhlt. Begleitet von einer haarsträubenden Rhetorik werden Gesetzesverschärfungen verabschiedet. Forderungen nach Geschlechtergerechtigkeit werden zur Zielscheibe eines inszenierten Kulturkampfs, mit Auswirkungen für Millionen Menschen. Gewalt nimmt weiter zu, auf der Straße und im Netz. Hasskriminalität ist auf einem Höchststand. Besonders im ländlichen Raum lastet das zivilgesellschaftliche Engagement oft auf wenigen Schultern, und die Belastungen durch finanzielle Engpässe, Anfeindungen und Angriffe sind besonders hoch. Zunehmend geraten zivilgesellschaftliche Organisationen ins Visier.
Dem rauer werdenden Wind trotzen
Für die Zivilgesellschaft ist es wichtig, Bündnisse zu schmieden und zu stärken, um dem rauer werdenden Wind zu trotzen. Und das mit jenen gemeinsam zu tun, die die aktuellen Entwicklungen besonders zu spüren bekommen oder sich seit Jahren gegen Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus stemmen. Diese Menschen und Initiativen stehen im Zentrum von Amnesty und der Kampagne "Menschenrechtsruck". Mit unserer Kampagne wollen wir menschenverachtenden Positionen und menschenfeindlichen politischen Entscheidungen in Deutschland entgegenwirken, damit Menschen sicher in ihrer Vielfalt leben und sich engagieren können..
Für diese Herausforderungen braucht es gegenseitige Unterstützung und Solidarität. Bundesweit und regional muss noch stärker als bislang erarbeitet werden, wie sich Initiativen gegenseitig stärken und wie sie Kenntnisse teilen können. Auf lokaler Ebene ist die “Initiative Gemeinsam für Demokratie e.V.” in Schriesheim, zu der auch die Amnesty Gruppe Ladenburg-Schriesheim gehört, ein Musterbeispiel für zivilgesellschaftliches Engagement. Mehr als 100 Mitglieder und Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen und für eine gerechte und solidarische Gesellschaft einzustehen.
Gemeinsam stark - mach mit
März 2026 | Weltweit stehen NGOs (Nichtregierungsorganisationen) zunehmend unter Druck - so auch Amnesty International. Die Zunahme autoritärer Tendenzen in vielen Staaten hat
weitreichende Folgen für die Zivilgesellschaft und den globalen Einsatz für Menschenrechte, Umwelt- und Sozialschutz.
In vielen Ländern werden NGOs durch restriktive Gesetze, Bürokratie und Überwachung behindert. Regierungen sehen sie oft als Bedrohung für ihre Macht oder als
„ausländische Agenten“.Aktivist:innen und NGO-Mitarbeitende sind Repression und Gewalt ausgesetzt, verbunden mit Einschüchterungen und Verhaftungen. Mangelnde Transparenz und Kontrolle
staatlichen Handelns führen zu gesellschaftlichen Verwerfungen und sozialen Konflikten.
Die Folgen sind alarmierend:
NGOs sind wie das „Immunsystem“ einer Gesellschaft: Sie schützen vor Fehlentwicklungen, stärken Schwache und fördern eine lebenswerte Zukunft für alle. Ohne ihre Arbeit wären viele soziale, ökologische und demokratische Errungenschaften gefährdet.
Amnesty International ist eine der bekanntesten und einflussreichsten NGOs weltweit, die sich für Menschenrechte einsetzt. So setzen wir und beispielsweise für die Freilassung politischer
Gefangener ein, fordern die Abschaffung oder Aussetzung der Todesstrafe, decken Folter und Kriegsverbrechen auf und setzen uns für internationale Menschenrechtsnormen ein.
Wenn du mehr erfahren willst und du dich für die Arbeit in unserer Amnesty-Gruppe interessierst, dann komm am Samstag, dem 21. März 2026, 10.30 bis 12.30 Uhr zu unserem
nächsten Treffen im Begegnungszentrum & Café „mittendrin“, Kirchstraße 4 in Schriesheim.
© Amnesty International, Foto: Jarek Godlewski
Februar 2026 | Menschenrechte sind das Fundament jeder echten Demokratie. Sie sichern
die Würde, Freiheit und Gleichheit aller Menschen – ohne diese Prinzipien kann Demokratie nicht funktionieren. Andererseits ist die Demokratie grundlegend für die Einhaltung der Menschenrechte,
weil sie ein System schafft, das Macht kontrolliert, Beteiligung ermöglicht und die Freiheit des Einzelnen schützt. Hier sind die wichtigsten Gründe:
Machtbegrenzung und Kontrolle: In einer Demokratie wird Macht durch Wahlen, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit begrenzt. Das verhindert Willkürherrschaft und schützt Menschen vor Machtmissbrauch.
Bürgerbeteiligung: Demokratie ermöglicht es allen Bürgern, politische Entscheidungen mitzugestalten. Dadurch können Menschenrechte eingefordert, verteidigt und weiterentwickelt werden.
Rechtsstaatlichkeit: Demokratische Systeme basieren auf klaren Gesetzen, die für alle gelten. Unabhängige Gerichte sorgen dafür, dass Menschenrechte respektiert und Verstöße geahndet werden.
Meinungs- und Pressefreiheit: Demokratie garantiert freie Meinungsäußerung und eine unabhängige Presse. Diese kontrollieren die Macht und machen Menschenrechtsverletzungen öffentlich.
Schutz von Minderheiten: Demokratie schafft Mechanismen, um Minderheitenrechte zu schützen und Diskriminierung zu verhindern.
Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt, bei dem 21 Parteien antreten. Freie und geheime Wahlen sind sowohl ein “Privileg” als auch eine Verpflichtung unserer Demokratie für alle Wahlberechtigten, wobei Jugendliche ab 16 Jahre erstmalig teilnehmen können. ”Privileg” deshalb, weil in vielen autokratischen Ländern der Welt freie und geheime Wahlen nicht existieren und Verpflichtung, weil nur derjenige der wählt, aktiv an der Gestaltung der Zukunft der demokratischen Gesellschaft teilnimmt.
Zwischen 21 Parteien und deren Programme auszuwählen ist nicht immer einfach. Als Grundlage der Wahl können die Prinzipien der Menschenrechte herangezogen werden. In diesem Zusammenhang kann der Wahlomat helfen. Das interaktive Tool ermöglicht auf spielerische Weise einen Vergleich der eigenen politischen Ansichten mit den Positionen aller 21 Parteien zur Landtagswahl anhand von 38 Thesen. Eine Wahlempfehlung gibt es nicht. www.wahl-o-mat.de
Wenn du mehr erfahren willst und du dich für die Arbeit in unserer Amnesty-Gruppe interessierst, dann komm am Samstag, dem 7. März 2026, 10.30 bis 12.30 Uhr zu unserem nächsten Treffen im Begegnungszentrum & Café „mittendrin“, Kirchstraße 4 in Schriesheim.
Bewaffnete Konflikte fordern weltweit das Leben von Zivilist*innen, Andersdenkende werden brutal unterdrückt und der Klimaschutz spielt nur noch eine untergeordnete Rolle: Wir erleben derzeit eine globale Menschenrechtskrise. Die Grundpfeiler einer gerechten und friedlichen Gesellschaft wie Rechtsstaatlichkeit, Völkerrecht und Menschenrechte sind in Gefahr, weil sie weltweit von Regierungen missachtet und angegriffen werden - ein epochaler Einschnitt. Das zeigt der aktuelle Amnesty International Report 2024/25, für den Amnesty die Menschenrechtslage in 150 Ländern im Jahr 2024 untersucht hat.
In insgesamt acht Veranstaltungen widmet sich die Vorlesungsreihe verschiedenen Aspekten dieses Themenkomplexes Menschenrechte. Das Programm für dieses Semester wurde in Zusammenarbeit mit Amnesty International gestaltet.
Für alle, die keine Gelegenheit hatten, die ersten Vorlesungen zu besuchen, haben nun die Möglichkeit, die Vorträge per Video nachzuvollziehen.
08.Mai 2017 Menschenrechte und Grundrechte Prof. Dr. Martin Borowski Juristische Fakultät
Universität Heidelberg
15. Mai 2017 Menschenrechte strafrechtlich schützen – die Genese des Konzepts von ‚Crimes against Humanity‘ Dr. Kerstin von Lingen Historisches Seminar Universität Heidelberg
22. Mai 2017 Bedeutungswandel der Menschenrechte - angesichts der aktuellen Herausforderungen Michael Windfuhr - Deutsches Institut für Menschenrechte e.V.
29. Mai 2017 Menschenrechte als eurozentrisches Konstrukt? Prof. Dr. Annette Hornbacher
Institut für Ethnologie - Universität Heidelberg
19. Juni 2017 Menschenrechtsarbeit in einer internationalen Organisation - der Ansatz von Amnesty International Markus N. Beeko, Roland Vogel Amnesty International
26. Juni 2017 Der internationale Menschenrechtsschutz im Gegenwind Prof. Dr. Anne Peters - Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht
03. Juli 2017 Menschenrechte und religiöse Diversität Prof. Dr. Matthias Koenig Institut für Soziologie - Universität Göttingen
10. Juli 2017 Podiumsdiskussion: Menschenrechte und Profit – Widerspruch oder notwendige Grundlage? Mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und sozialen Organisationen.Moderation: Caspar Dohmen, Journalist
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Gruppe 1500 Ladenburg/Schriesheim
AMNESTY INTERNATIONAL
Bärbel Luppe - Sprecherin der Gruppe
Tel.: 06203-13717
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