Saudi-Arabien: Behörden verschärfen Unterdrückung nach G20-Präsidentschaft

BERLIN, 02.08.2021 – Amnesty International belegt in einem am Dienstag veröffentlichten Briefing, dass die saudi-arabischen Behörden die Verfolgung von Menschenrechtsverteidiger_innen und Dissident_innen seit der G20-Präsidentschaft im vergangenen Jahr drastisch verschärft haben. Die Zahl der Hinrichtungen hat sich in den vergangenen sechs Monaten vervielfacht. Während der G20-Präsidentschaft waren weniger Aktivist_innen verfolgt und die Todesstrafe seltener verhängt worden.
 
Der Bericht „Saudi-Arabiens Vorgehen gegen die Meinungsfreiheit nach dem G20-Gipfel“ dokumentiert, wie die Behörden seit der Übergabe der G20-Präsidentschaft mindestens 13 Personen strafrechtlich verfolgt, verurteilt oder deren Urteile bestätigt haben, nachdem sie in grob unfairen Verfahren vor dem Sonderstrafgerichtshof verurteilt worden waren. Nach einem Rückgang der registrierten Hinrichtungen um 85 Prozent im Jahr 2020 wurden zwischen Januar und Juli 2021 mindestens 40 Menschen hingerichtet – mehr als im gesamten Jahr 2020.