Zur Lage der Menschenrechte

DER NEUE AMNESTY REPORT 2017/18  -  EIN APPELL ZU MEHR SOLIDARITÄT

Der Amnesty Report 2017/18 ist im Mai in deutscher Fassung erschienen. Er gibt Auskunft über die aktuelle Lage der Menschenrechte in 159 Ländern und weist auf globale, kontinentale und spezifisch territoriale Tendenzen hin. Auffällig ist das Anwachsen der Unterdrückung der Meinungsfreiheit in autoritären Staaten, die Verfolgung und Inhaftierung von Menschenrechtsverteidigern/Innen, die Stigmatisierung  von Minderheiten und die Zunahme ziviler Opfer bei Kriegen und gewaltsamen Auseinandersetzungen innerhalb von Volksgruppen. Die Liste der festgestellten Menschenrechtsverletzungen lässt sich leicht verlängern.

 

Die gründlich recherchierten Verstöße gegen die Menschenrechte in 2017 könnten leicht als Fortsetzung längst bekannter Missstände weltweit interpretiert werden, die sich jährlich nur in Details verändern. Dieser Gewöhnungseffekt ist gefährlich und zynisch, weil er eine Haltung der Gleichgültigkeit und mangelnder Solidarität befördert.

 

Im Vorwort dieses Amnesty Reports hat Salil Shetty, internationaler Generalsekretär von Amnesty International, vor allem den westlichen Ländern ins Stammbuch geschrieben:

 

„Das 70. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Jahr 2018 macht uns schmerzlich bewusst, dass unsere Menschenrechte alles andere als selbstverständlich sind. Es ist mitnichten selbstverständlich, dass wir uns frei versammeln können, um zu protestieren oder unsere Regierungen zu kritisieren. Und es ist weder selbstverständlich, dass wir im Alter oder im Falle einer Behinderung sozial abgesichert sind, noch dass unsere Kinder in Städten mit sauberer Luft aufwachsen, noch dass junge Menschen nach der Ausbildung eine Arbeitsstelle finden, um sich eine Wohnung leisten zu können.“

 

Lesen Sie den Amnesty Report 2017/18 als ein Appell zur Solidarität, zum Engagement und zur Mitarbeit.