Nein zur Tadesstrafe

ZAHLEN ZUR TODESSTRAFE 2016 weltweit

Weniger Hinrichtungen, mehr Todesurteile

Amnesty International kämpft seit langem für eine Welt ohne Todesstrafe. Oft können wir uns über Erfolge freuen: Mit Nauru und Benin haben im vergangenen Jahr zwei weitere Länder die Todesstrafe in Gesetz und Praxis abgeschafft. Sie schließen sich damit der Mehrheit der Staaten weltweit an, während eine kleine Minderheit weiter daran festhält. Auch die Zahl der Länder, in denen Todesurteile gesprochen wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr von 61 auf 55 gesunken. 

Dies belegt die neue Todesstrafen-Statistik von Amnesty International, die soeben veröffentlicht wurde: www.amnesty.de/todesstrafe

Die Statistik zeigt aber auch: Noch immer wird die Todesstrafe in einigen Ländern exzessiv angewendet. Im vergangenen Jahr dokumentierte Amnesty International weltweit 1.032 Hinrichtungen.

87 Prozent der Exekutionen fanden in nur vier Ländern statt: Iran, Saudi-Arabien, Irak und Pakistan. Der Iran verstößt dabei immer wieder gegen internationales Recht. Die Todesstrafe darf nämlich nicht gegen Menschen verhängt werden, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Im Iran geschieht es trotzdem. Allein zwischen 2005 und 2017 wurden mindestens 77 jugendliche Straftäterinnen und Straftäter hingerichtet. 

Der weltweit größte Vollstrecker der Todesstrafe taucht in der Statistik nicht auf: In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Hinrichtungen wie in China. Niemand weiß genau, wie viele Menschen in der Volksrepublik hingerichtet werden. Die Regierung behandelt die Zahl als Staatsgeheimnis, wie ein neuer Amnesty-Bericht belegt. Aber so viel steht fest: Es sind jedes Jahr Tausende – mehr als in allen anderen Staaten der Welt zusammen.

Zum ersten Mal seit 2006 sind die USA nicht unter den fünf Staaten mit den meisten Hinrichtungen. Grund dafür sind teilweise Probleme beim Zugang zu Chemikalien für die Hinrichtung durch die Giftspritze.

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Vorgesehen ist die Todesstrafe in vielen Fällen für besonders schwere Verbrechen wie Mord oder Hochverrat. In einigen Ländern können auch Diebstahl, Drogenhandel, Ehebruch oder Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft werden. Amnesty International wendet sich in ausnahmslos jedem Fall gegen die Todesstrafe.

 

10 Gründe für die Abschaffung der Todesstrafe

Wie oft haben Sie schon die Behauptung gehört, die Todesstrafe habe eine stark abschreckende Wirkung? Oder die Todesstrafe würde die Kriminalitätsrate senken? Für Thesen wie diese gibt es keine Beweise. Im Gegenteil: Hinrichtungen senken den Respekt vor dem menschlichen Leben und machen Gesellschaften gewaltbereiter.

Damit Sie für die nächste Diskussion gewappnet sind, haben wir für Sie die zehn wichtigsten Argumente für die Abschaffung der Todesstrafe zusammengestellt:

 

- Die Todesstrafe verstößt gegen das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

 

- Die Todesstrafe ist unumkehrbar. Die Gefahr, einen unschuldigen Menschen hinzurichten, ist viel    zu groß.

 

- Ein Staat darf sich nicht mit Mördern auf eine Stufe stellen.

 

- Todesurteile treffen überdurchschnittlich oft Menschen in Armut oder ethnische und religiöse            Minderheiten.

 

- Hinrichtungen sind grausam und entwürdigend. Sie senken den Respekt vor menschlichem
  Leben.

    

- Die Todesstrafe macht die Welt nicht sicherer. Sie schreckt Täter nicht vor Straftaten ab.

 

- Die Hinrichtung der Täter macht die Opfer nicht wieder lebendig.

 

- Die Todesstrafe verhindert jede Chance auf Rehabilitation eines Kriminellen.

 

- Auch viele Familien von Mordopfern lehnen die Todesstrafe ab, weil sie die Schmerzen ihres
  Verlustes nicht heilt.

 

- Die Todesstrafe bekämpft nicht die Ursachen für Verbrechen.